Das Modellprojekt für die Weiterentwicklung des Chemie- und Industriestandortes Stade geht in eine neue Runde: Unter starker finanzieller Beteiligung der ortsansässigen Unternehmen wird das Netzwerk aus Wirtschaft, Gewerkschaften, Verbänden, Verwaltung und Politik für mindestens zwei Jahre fortgesetzt. Das sind die Ziele der ungewöhnlichen Allianz.
Die erste Stufe des vom Land Niedersachsen mit jährlich 100.000 Euro geförderten und bei uns, der Wirtschaftsförderung Landkreis Stade GmbH, angesiedelten Projektes läuft zum Ende des Jahres 2026 aus. Entstanden ist ein sehr aktives Netzwerk in der Region, aus dem fortlaufend neue Kooperationen und Partnerschaften erwachsen. Die Betriebe schätzen die direkten Kontakte ins Wirtschaftsministerium und in die Staatskanzlei.
Deshalb wird das Projekt für mindestens zwei Jahre fortsetzt, das Standortmarketing soll dabei intensiv ausgebaut werden. Um die Schlagkraft noch weiter zu erhöhen, wird eine Gesamtfinanzierung für das Projekt in Höhe von 250.000 Euro pro Jahr angestrebt. Der größte Teil kommt von den am Standort aktiven und ansiedlungswilligen Unternehmen. Der Landkreis Stade und die Hansestadt Stade beteiligen sich in den Jahren 2027 und 2028 mit jeweils 25.000 Euro an diesem für die Region wichtigen Projekt.
Der Mehrwert des in Niedersachsen einzigartigen Standortentwicklungsprojektes für den Chemie- und Industriestandort Stade ist groß: Die Kooperationen haben die Durchschlagskraft der Region bei Land und Bund erhöht – etwa bei der Unterstützung bei der potentiellen Vermarktung von Flächen, bei der Akquise von Förderungen und bei gemeinsamen Werbeaktivitäten im Bereich Energie (zusammen mit dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium) in Hannover und Berlin.
Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, Landkreis Stade, Hansestadt Stade und das Niedersächsische Wirtschaftsministerium arbeiten gemeinsam an einer Zukunftsperspektive. „Eine ganze Region hat sich auf den Weg gemacht“, sagte der Landrat. „Wir treten geschlossen auf und sprechen mit einer Stimme.“ Der Industriestandort Stade habe für die gesamte Region eine herausragende Bedeutung. „Stadt und Landkreis würden ohne die Industrie vor Ort ganz anders aussehen“, sagte Seefried. „Wir alle sind davon überzeugt, dass unser Standort eine gute Zukunft hat.“
Stade als einer der bedeutendsten Chemiestandorte in Deutschland und größter Chlorchemiestandort in Europa habe „nahezu perfekte Standortbedingungen“ mit Ausbaureserven, Hafenanlage und einer direkten Anbindung an die Energienetze. Nicht zuletzt sei das Know-how vor Ort herausragend, geradezu ein Magnet und wichtig für die Ausbildung und Anwerbung von Fachkräften. An dem Standort hängen rund 10.000 Arbeitsplätze.
Vertreterinnen und Vertreter von Geschäftsleitungen, Belegschaftsvertretungen, Unternehmensverbänden, Gewerkschaften, Verwaltung und Politik haben am Montagnachmittag auf Schloss Agathenburg symbolisch den Start der zweiten Projektphase besiegelt. Per Video meldete sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant-Hendrik Tonne zu Wort: „Sie haben Bemerkenswertes miteinander auf die Beine gestellt“, sagte er in Richtung der Projektverantwortlichen. Das Land werde etwa bei der Ausrichtung eines Parlamentarischen Abends in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin mitwirken.
Die Weiterführung des Projektes sei aus Sicht des Ministers „ein wichtiges Signal“. Er würdigte das „Engagement der Unternehmen, die hier ein ganz klares Zeichen setzen“. Der Standort Stade bringe gleichsam Herausforderungen und Chancen mit sich. „Wir wollen, dass es weitergeht“, unterstrich Tonne. Das Projekt stehe symbolisch für die gesamte chemische Industrie, die als Grundstofflieferant, Innovationstreiber und Arbeitgeber eine besondere Bedeutung habe.
Als Standortmanager bleibt in den Diensten unserer Wirtschaftsförderung der ehemalige Dow-Manager Stephan Engel an Bord.
Quelle: Pressestelle Landkreises Stade, Daniel Beneke / red. bearbeitet